Die sechs größten deutschen Mannschaftssportligen setzten in der vergangenen Saison 2008/09 insgesamt 152 Millionen Euro mit Fanartikeln um. Eine zentral organisierte Merchandisingvermarktung scheint indes in weiter Ferne.
Der Merchandisingumsatz in den drei höchsten deutschen Fußball-Ligen, der Deutschen Eishockey Liga (DEL), der Basketball Bundesliga (BBL) und der Handball-Bundesliga (HBL) ging damit im Vergleich zur Spielzeit 2007/08 leicht zurück. In der Vorsaison 2007/08 erwirtschafteten die Clubs noch 157 Millionen Euro. Zu diesem Ergebnis kommt die 2. SPONSORs Merchandising-Studie, die zum zweiten Mal in Kooperation mit der Macromedia-Hochschule für Medien und Kommunikation durchgeführt und auf dem SPONSORs Clubmanagerforum in Köln vorgestellt wurde.
Spitzenreiter im Fanartikelgeschäft bleibt wenig überraschend „König Fußball“. Die Fußballbundesliga erzielte in der vergangenen Spielzeit kumuliert 107,6 Millionen Euro und damit rund zweieinhalb Mal so viel wie alle anderen Ligen zusammen. Allerdings sind dies 13 Prozent weniger als in der Vorsaison. Auf dem zweiten Rang landete die 2. Liga mit einem Umsatz von 31,3 Millionen Euro. Dritter ist die DEL (5,7 Millionen Euro), gefolgt von der 3. Liga im Fußball (3,9 Millionen Euro). Bemerkenswert: Die neugegründete Fußballklasse erwirtschaftete dabei mehr als die BBL (1,7 Millionen Euro) und die HBL (1,6 Millionen Euro) zusammen.
„Der Deutsche Fan tickt anders“
Dass mittelfristig eine zentrale Merchandisingvermarktung innerhalb der deutschen Teamsportligen eingeführt wird, bezweifeln die in Köln anwesenden Merchandisingexperten. „Der Fan in Deutschland tickt nach wie vor anders als beispielsweise in den USA“, ist sich beispielsweise Tobias Naumann, Leiter Merchandising bei Bayer 04 Leverkusen, sicher und schiebt „den nicht zu unterschätzenden Koordinationsaufwand“ dem jeweiligen Dachverband zu.
Sein Merchandisingkollege Matthias Weiß würde es hingegen auf einen Versuch ankommen lassen: „Man müsste vielleicht einen Probelauf mit zwei bis drei Produkten starten“, so der Vorschlag des Marketingleiters des HBL-Clubs SG Flensburg Handewitt. Allerdings sieht auch er die Umsetzung kritisch: „Wir haben in den Ligen im Bereich Merchandising gewachsene Strukturen und langfristige Verträge“ und daher dürfte es sehr schwierig sein, vom alten System abzukehren, so Weiß weiter.
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