Groß angekündigt hatte die IMC-Group die Deutschland-Tour des US-amerikanischen Profifußballclubs Los Angeles Galaxy. Nach der Absage sucht die kanadische Agentur die Schuld bei den deutschen Testspielgegnern.
David Beckham und sein Club LA Galaxy sollten zweimal aufspielen, hochrangige Sänger wie Lenny Kravitz und Pink im Rahmenprogramm für Stimmung sorgen und zwei ausverkaufte Arenen Millioneneinnahmen bringen. So zumindest lauteten die vollmundigen Ankündigungen von IMC-Präsident Ajay Dhebar im Vorfeld der Deutschlandtour des Clubs aus der Major League Soccer (siehe SPONSORs-Archiv).
Das nichts aus den Partien gegen den 1. FC Kaiserslautern und den FC Schalke 04 beziehungsweise Borussia Dortmund wurde, liegt laut Andreas Kirsch in erster Linie an den deutschen Vereinen und nicht an der IMC-Group. Der Jurist aus Kaiserslautern fungierte bis zuletzt als anwaltliche Vertretung der kanadischen Agentur und sparte in den vergangenen Tagen nicht mit Vorhaltungen. Kaiserslautern habe falsche Ticketverkaufszahlen genannt, Schalke sei nicht in der Lage gewesen Verträge auszuarbeiten und der „Ersatz-Gegner“ aus Dortmund habe einen unterschriebenen Kontrakt schlichtweg gebrochen, so der Vorwurf von Kirsch. Begriffe wie Schadensersatzanspruch und Klage standen im Raum.
Widerspruch von Clubseite
Von Seiten der Vereine folgte ein entschiedener Widerspruch. FCK-Chef Stefan Kuntz betonte, dass der Club für IMC 8700 Karten im Vorverkauf abgesetzt und 270 000 Euro eingenommen hatte. Der Großteil dieser Summe sei an die Agentur überwiesen worden. Lediglich Kosten, die dem FCK entstanden sind, habe der Club einbehalten. Wenn die Agentur nicht umgehend das Geld zurücküberweise, werde der FCK sie verklagen, so Kuntz. Von Seiten der IMC wurde die Zahl der verkauften Tickets in Frage gestellt. Eigene Berechnungen hätten einen Verkauf von 25 000 Karten ergeben. Selbst diese Zahl wäre noch weit weg von einem ausverkauften Betzenberg, den Dhebar für realistisch gehalten hatte.
Aus Dortmund hieß es auf SPONSORs-Anfrage, dass es weder einen gültigen Stadionmietvertrag noch einen gültigen Freundschaftsspielvertrag mit der IMC gegeben hätte. Eine Grundlage für eine in den Raum gestellte juristische Auseinandersetzung sei daher überhaupt nicht vorhanden. Dass die Vorwürfe von Kirsch offenbar nur wenig Gewicht haben, belegt die Tatsache, dass der Anwalt sein Mandat bei der IMC zu Beginn der Woche niedergelegt hat.
Und so bleiben als Leidtragende in erster Linie die Zuschauer zurück, die sich bereits eine Karte für die Partie in Kaiserslautern gesichert hatten. Die Einnahmen liegen offensichtlich nach wie vor auf den Konten der IMC-Group. Für die Rückabwicklung ist aber erneut eine Kooperation mit dem FCK angedacht. Der Fußballzweitligist war bis zur Absage für das Ticketing verantwortlich. Nun laufen die Planungen für einen reibungslosen Ablauf.
In Deutschland hinterlässt die in Nordamerika renommierte IMC-Group nach ihrem ersten Gastspiel in jedem Fall eine Menge verbrannte Erde.
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