Donnerstag, 1. Oktober 2009

Wirtschaftliche Schere in der HBL wächst

Die finanziellen Unterschiede innerhalb der Toyota Handball-Bundesliga (HBL) werden immer größer. Dies ist eines der Ergebnisse des erstmals veröffentlichten Finanzreports der höchsten deutschen Handball-Spielklasse, mit dem die HBL ihre wirtschaftliche Situation künftig noch transparenter machen will.

Die Entwicklung der vergangenen drei Spielzeiten in der HBL zeigt, dass die finanzielle Schere zwischen den Spitzenclubs und den übrigen Vereinen der Liga deutlich wächst. So betrug etwa der Etatabstand der Clubs der ersten sechs Tabellenplätze zu denen der Plätze sieben bis zwölf in der Saison 2007/08 noch rund 1,2 Millionen. In der Saison 2008/09 stieg dieser nochmals auf 1,8 Millionen Euro an. Und dies bei einem relativ konstanten durchschnittlichen Ligaumsatz zwischen 4,3 Millionen Euro (2007/08) und 4,1 Millionen Euro (2008/09).

Der Umsatz im größten Einnahmesegment der HBL, dem Sponsoring, lag in der vergangenen Spielzeit bei den ersten sechs Clubs der Tabelle bei durchschnittlich rund 3,8 Millionen Euro. Im Vergleich dazu erlösten die Vereine, die 2008/09 auf den Tabellenplätzen sieben bis zwölf platziert waren, mit 2,9 Millionen Euro deutlich weniger. Die Clubs der Ränge 13 bis 18 kamen hier gar nur auf je rund 1,3 Millionen Euro.

Insgesamt haben sich die Sponsoringumsätze der Clubs positiv entwickelt: Sie stiegen seit der Saison 2006/07, als durchschnittlich knapp zwei Millionen Euro pro Erstligaclub erlöst wurden, auf mittlerweile knapp 2,7 Millionen Euro. Im gleichen Zeitraum ist auch ein deutlicher Anstieg der Einnahmen aus verkauften Dauerkarten von rund 380 000 Euro auf knapp 500 000 Euro festzustellen. Laut Analyse des in Hamburg ansässigen Unternehmens Corporate Planning, das den Finanzreport im Auftrag der HBL erstmals erstellt hat, ist dies ein Indiz dafür, dass sich Zuschauer langfristig an den Handball binden.

Spieleretats der Top-Clubs wachsen überproportional

Ebenfalls untersucht wurde die Entwicklung der Spielergehälter in der HBL. Diese lagen in der Saison 2006/07 beim ersten Drittel der Liga im Schnitt bei knapp 2,7 Millionen Euro und in der Saison 2008/09 bereits bei vier Millionen Euro. Im Vergleich hierzu hat sich der durchschnittliche Spieleretat der Clubs der Tabelleplätze sieben bis zwölf von 2,0 auf 2,3 Millionen Euro nur geringfügig erhöht. Das Verhältnis der Spielergehälter zu den Ausgaben, die von den Clubs für Verwaltung und Controlling getätigt werden, hat sich im selben Zeitraum zu Ungunsten der Administration verschoben.

Mark Schober, Marketing und Business Development Toyota HBL, stellt fest: „Der Finanzreport schafft allerorts Transparenz. Unsere Clubs können die eigene Entwicklung, auch im Verhältnis zu anderen Mitbewerbern, messen und hinterfragen. Die harten Fakten dienen zudem als sinnvolle Information, zum Beispiel für Sponsoren und Journalisten. Wir wollen, dass der Finanzreport unsere Entwicklung kontinuierlich darstellt und transparent macht.“

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