Auch die Unterstützung seines prominenten Sohnes war umsonst: Rolf Kahn hat die Wahl zum Präsidenten des Karlsruher SC nicht gewinnen können. Neues Vereinsoberhaupt ist Paul Metzger, der sich mit großer Mehrheit durchsetzte. Bei der hitzigen Versammlung kam es beinahe zu Handgreiflichkeiten.
Hamburg - Metzger setzte sich mit 748 Stimmen gegen die Mitbewerber Rolf Kahn (295) und Siegfried König (381) durch. Der Brettener Oberbürgermeister tritt damit die Nachfolge von Hubert Raase an, der sein Amt nach knapp sieben Jahren zur Verfügung gestellt hatte.
Erst kurz nach Mitternacht war der Wahlgang, bei dem von den anwesenden 1534 Mitgliedern nur noch 1435 ihre Stimme abgaben, beendet. Elf davon waren ungültig. In der vorangegangenen mehrstündigen Diskussion war es zu heftigen verbalen Auseinandersetzungen zwischen den Lagern und beim Auftritt von Oliver Kahn beinahe zu Handgreiflichkeiten gekommen. Der ehemalige Nationaltorhüter wurde bei seinem Vortrag, in dem er die Kandidatur seines Vaters mit keinem Satz erwähnte, ausgebuht und ausgepfiffen. "Mein Vater braucht meine Hilfe nicht", sagte Kahn.
Zuvor hatte der scheidende Präsident Raase auf der Bilanzpressekonferenz des Vereins verkündet, dass der Verein trotz des Abstiegs aus der Bundesliga in der vergangenen Saison einen Gewinn von 1,94 Millionen Euro erzielt hat. "Die positive Abweichung zum Planergebnis ergibt sich hauptsächlich aus aufgrund des nicht erreichten Klassenerhaltes ersparten Punktprämien und Sonderzahlungen", sagte der Unternehmer.
Im Falle eines Nichtabstiegs wäre das Ergebnis laut Raase ausgeglichen ausgefallen. "Wir haben nun auch keine Bankschulden mehr", sagte der 65-Jährige. Bereits in der Vorsaison hatte der Club 2,39 Millionen Euro Gewinn erwirtschaftet. Zum ersten Mal seit Beginn des neuen Jahrtausends wies der KSC auch wieder ein positives Eigenkapital in seiner Bilanz aus. "Ich bewerte den Gewinn als respektables Ergebnis", sagte der Verwaltungsratschef Peter Mayer.
Raase räumte aber auch ein, dass in der aktuellen Saison ein Verlust von zwei Millionen Euro drohe. Grund seien die zusätzlichen finanziellen Belastungen durch den nicht erfolgten Verkauf der Spieler Dino Drpic und Markus Miller. Die Zahlen seien jedoch zunächst nur eine Prognose, sagte Mayer.
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