Donnerstag, 15. Oktober 2009

Bundesweiter Protest gegen Hannover-96-Präsident Kind

Unbekannte Täter haben bundesweit in etwa 15 Städten Farbanschläge auf über 20 Hörgeräte-Filialen von Hannover-96-Präsident Martin Kind verübt.

Graffiti unter anderem mit dem Schriftzug „50+1 bleibt" wurden von unbekannten Tätern beispielsweise an Kind-Zweigstellen in Hamburg und München geschmiert. Der 96-Präsident, dem insgesamt 445 Filialen gehören, hat unterdessen reagiert und Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt. Hintergrund ist offenbar das Engagement Kinds, der für die Abschaffung der „50+1-Regel“ in der Fußballbundesliga kämpft.

Vertreter der DFL und des DFB zeigten sich entsetzt hinsichtlich der Vorfälle. DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach sagte dem Sport-Informations-Dienst (SID): „Das ist unfassbar. Es ist sein legitimes Recht, eine andere Meinung zu diesem Thema zu haben als wir. Es kann nicht sein, dass in einer Demokratie wegen unterschiedlicher Auffassungen solche Anschläge verübt werden."

Kind (Foto) selbst nannte die Anschläge „unappetitlich“. Für so etwas habe er kein Verständnis. „Und ich weiß auch nicht, was Hörgeräte mit der 50+1-Regel zu tun haben.“ Der 96-Präsident kündigte zudem an, sich vom Protest nicht einschüchtern zu lassen. „Das Verfahren zur Abschaffung der 50+1-Regel läuft, und es wird auch weiter so durchgezogen.“

Sollte Kind die nötige Zweidrittelmehrheit am 11. November bei einer Tagung der Deutschen Fußball Liga (DFL) nicht bekommen, kündigte er an, eine Klärung auf dem Rechtsweg herbeiführen zu wollen. Das es soweit kommen wird, ist ziemlich wahrscheinlich – selbst nach Einschätzung von Kind, der nicht sonderlich optimistisch ist, dass die 50+1-Regel noch in diesem Herbst fällt.

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