Kurz vor der Bundestagswahl am kommenden Sonntag meldet sich die Politik in einer Studie zum Thema Sportsponsoring zu Wort. Laut der Erhebung des Fachverbandes für Sportsponsoring (FASPO) nimmt die gesellschaftliche Bedeutung der Thematik kontinuierlich zu.
Deshalb fordern CDU/CSU und FDP eine klare Rechtslage für Business-Gäste bei Sportevents und die SPD die Liberalisierung des Glückspielmarktes. Indes setzt sich das Bündnis90/Die Grünen für Doping-Zwangsabgaben der Sportsponsoren an die Nationale Anti Doping Agentur (NADA) ein. Dies sind die zentralen Ergebnisse einer FASPO-Umfrage unter den fünf Großparteien in Deutschland, wobei die Angaben der Partie „Die Linke“ bei der Auswertung noch nicht vorlagen.
Im Details sollen laut Ansicht von „ Schwarz-Gelb“ in Sport, Kultur und sozialen Bereichen Wirtschaftsunternehmen künftig eine größere Rolle übernehmen, um die öffentlichen Haushalte zu stärken. Einmal mehr betonten CDU/CSU im Rahmen der Studie, dass sie Sponsoring der Werbung gleichstellen wollen. Das hätte zur Wirkung, dass Mediensponsoring, also beispielsweise Presenting-Werbeformen bei ARD und ZDF, nach 20 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen untersagt werden würde. Alle anderen Parteien machten zu dieser Fragestellung keine Angaben.
In der Compliance-Frage von Hospitality (Vorteilsnahme und –Gewährung) kündigen CDU/CSU derweil an, die bestehenden Regelungen in §§ 299ff StGB im Hinblick auf Änderungsbedarf zu prüfen. Ebenso fordert die FDP klarere rechtliche Regelungen in dieser Frage.
Bei Kultur- und Sportevents bekennt sich die SPD zur Bedeutung lokaler und regionaler Sponsoren, auch der Brauereien, und setzt sich für eine günstigere Besteuerung gemeinnütziger Körperschaften ein.
Auch die Spielsuchtbekämpfung sei der SPD wichtig, die Partei hält dieses aber auch im Rahmen einer Marktöffnung für möglich. CDU/CSU befürworten den auf Suchtbekämpfung ausgerichteten deutschen Glücksspiel-Staatsvertrag (GlüStV), der den staatlich konzessionierten Spielbetrieb regelt. Das von der EU-Komission wegen Inkohärenz kritisierte Vertragswerk, besagt, dass Lotterien und Sportwetten monopolisiert, Casinos und Automatenspiele aber privat betrieben werden dürfen. Auch Bündnis 90/Die Grünen bekennen sich zum Glücksspielmonopol. Die FDP spricht sich hingegen für eine Liberalisierung des Sportwetten-Marktes aus.
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