Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat sich erstmals für eine Lockerung des Glücksspielstaatsvertrags ausgesprochen. Hintergrund sind die sinkenden Umsatzeinbrüche des staatlichen Wettanbieters Oddset, als deren Folge der DOSB Rückgänge der Breitensportförderung durch den Glückspielanbieter fürchtet.
„Der Glücksspielstaatsvertrag gilt bis 2011, schon 2010 wird er evaluiert. Da wird man sich mit den gewaltigen Umsatzeinbrüchen bei Oddset auseinandersetzen müssen“, sagte DOSB-Generaldirektor Michael Vesper gegenüber Sport Bild. Die neue Haltung Vespers erstaunt in sofern, da der Olympische Verband aufgrund der monetären Unterstützung der staatlichen Wettanbieter eher als Befürworter des staatlichen Wettmonopols und des Glücksspielstaatsvertrags galt.
In den vergangenen Jahren ging der Umsatz von Oddset und Co. allerdings von 207 auf 37 Millionen Euro zurück, und damit einhergehend auch die Zuschüsse an den deutschen Breitensport. Schuld daran ist unter anderem der Trend, dass in den vergangenen Jahren, aufgrund des Verbots privater Wettanbieter, viele Spieler ins Internet abgewandert sind. „Wir haben einen legalen Markt, der spektakulär schrumpft, und einen laut Staatsvertrag illegalen, trotzdem wachsenden Markt, an dessen Erträgen weder der Fiskus noch der gemeinnützige Sport partizipieren. Das kann so nicht bleiben“, kritisiert daher DOSB-Mann Vesper und liefert Vorschläge: Der Generalsekretär plädiert für das „französische Modell“, nachdem streng lizenzierte private Wettanbieter zugelassen werden, falls sie Steuern bezahlen, Lizenzgebühren an die Sportveranstalter „für das zur Verfügungstellen des Sportereignisses stellen“ und eine Breitensportabgabe bezahlen.
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