Dienstag, 1. Dezember 2009

Dietmar Hopp rügt Misswirtschaft bei Bundesligaclubs


SAP-Gründer und Sportmäzen Dietmar Hopp erklärt im Gespräch mit SPONSORs warum er den deutschen Fußball tendenziell für innovationsfeindlich hält, wehrt sich gegen Kritiker seines Engagements bei 1899 Hoffenheim und rügt die Misswirtschaft einiger Bundesligaclubs.

Auf die Frage, warum der deutsche Rekordmeister FC Bayern München für hohe Investitionen in sein Team gelobt wird, während 1899 Hoffenheim dafür kritisiert wird, antwortet Hopp im Interview mit SPONSORs: „Es gibt Leute, die der Meinung sind, nur Traditionsvereine dürften Geld investieren. Das ist eine Denkweise, die überhaupt nicht in die heutige Zeit passt. Wenn in der Wirtschaft so agiert würde, könnten wir auch gleich wieder in die Steinzeit zurückgehen.“ Deutschland verhalte sich bei bestimmten Themen eher innovationsfeindlich und „dazu gehört ganz klar auch der Fußball“.

Hopp weiter: „Es ist für mich nicht nachvollziehbar, dass manche Vereine glauben, über andere richten zu dürfen und in ihrem eigenen Verein nicht mal das Tagesgeschäft im Griff haben.“ Angesprochen auf aktuelle und zurückliegende Finanzprobleme von Traditionsclubs erklärt der 69-Jährige: „Der wirtschaftliche Erfolg hängt immer von den handelnden Personen ab, ob die Clubs nun Tradition haben oder nicht. Wenn Leute am Steuer sind, die nicht mit Geld umgehen können, geht es zwangsläufig schief.“

„Steuergelder müssen anders verwendet werden"
Der Sportmäzen, der für sein soziales Engagement im Sport in der vergangenen Woche mit dem „Laureus Medien Preis für Wohltätigkeit“ ausgezeichnet wurde, zeigt sich von der wirtschaftlichen Entwicklung in einigen Vereinen wenig überrascht: „Ohne Namen zu nennen: Wenn ich sehe, dass ein Club Zuschauereinnahmen der Zukunft verkauft, ohne eine außergewöhnliche Rendite dafür zu erhalten, dann kann man sich an einer Hand abzählen. Dass man früher oder später in Not gerät.“

Auch eine finanzielle Unterstützung des Profisports von staatlicher Seite, wie jüngst beim FC Schalke 04 geschehen, beurteilt der SAP-Gründer kritisch: „Steuergelder müssen anders verwendet werden. Der Staat hat wichtigere Aufgaben, als klammen Fußballvereinen zu helfen.“

Das ausführliche Interview mit Dietmar Hopp finden Sie in der Dezember-Ausgabe von SPONSORs. Darin spricht der Milliardär unter anderem auch über die Folgen der Wirtschaftskrise, Investoren im Sport und die Zukunft der 50+1-Regel, lobt DFB und DFL sowie ein finanzielles Fairplay als Chance für die Bundesliga.

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