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Donnerstag, 23. Februar 2012
Schalkes Finanzvorstand Peters belächelt UEFA-Regeln
„Nur Träumer glauben, dass irgendwann Clubs ausgeschlossen werden.“ sagt Peter Peters, Finanzvorstand des FC Schalke 04, auf die Frage, wie ernsthaft die UEFA die Regeln des Financial Fair Plays wirklich durchsetzen und auch Sanktionen aussprechen wird. Er deutet damit nicht nur an, dass die UEFA diese neu eingeführte Regelung für international spielende Spitzenklubs schwer bis gar nicht durchsetzen kann, sondern dass sich sein S04 vielleicht nicht danach richten müßte.
Zur Erinnerung: Schalke wies für das bis zum 31. Dezember 2010 laufende Geschäftsjahr einen Umsatz von 188 Millionen Euro aus. Der Fußballbundesligist verdoppelte die Einnahmen aus den Fernsehrechten auf 57,4 Millionen Euro. Die Werbeeinnahmen stiegen um rund zehn Millionen Euro auf 50,3 Millionen. Aus dem Spielbetrieb flossen 31,9 Millionen Euro in Schalkes Kassen. Eine Steigerung um knapp 25 Prozent. Gleichzeitig stiegen aber auch die Personalkosten von 68,3 auf 83,1 Millionen Euro. Im Jahr 2010 konnten die Finanzverbindlichkeiten laut Konzernabschluss-Bericht zwar um 16 Millionen Euro auf 216 Millionen reduziert werden. Dafür kletterten die Gesamtschulden des Vereines aber von 248 auf 254 Millionen Euro.
Auch Wolfgang Holzhäuser, Geschäftsführer bei Bayer 04 Leverkusen, selbst "Anhänger des Financial Fairplay", glaubt, dass diese neue Lizenzierungsauflage der UEFA nur schwer durchsetzbar sein wird. In einem Gespräch mit der „Frankfurter Rundschau“ erinnerte er sich an die ersten Lizenzentzüge der deutschen Fußballgeschichte, die er im Rahmen seiner Tätigkeit für den Deutschen Fußball-Bund damals mitverantwortete, und an den Polizeischutz, unter dem er stand. „Das wird die UEFA alles noch erleben. Das wird ein ganz heißer Tanz“, glaubt Holzhäuser. „Die UEFA ahnt noch gar nicht, was da auf sie zukommt und welchen Verwaltungsapparat sie dafür bereitstellen muss.“
Ende Mai 2010 verabschiedete das Exekutivkomitee der Europäischen Fußballunion (UEFA) ein Konzept für „finanzielles Fairplay“ im europäischen Fußball. Es soll unter anderem für mehr Disziplin und Rationalität im finanziellen Bereich des Klubfussballs sorgen und Klubs dazu bringen,im Rahmen ihrer eigenen Einnahmen zu wirtschaften.
Auch aktuell generieren die europäischen Fußballclubs insgesamt weiter rote Zahlen. Nach Angaben der UEFA stiegen die Verluste im Jahr 2010 um 36 Prozent gegenüber 2009 auf 1,6 Milliarden Euro. Somit schrieben 56 Prozent der Erstliga-Clubs in Europa rote Zahlen.
Die Mitgliederversammlung des Ligaverbandes der Deutschen Fußball Liga (DFL) hat Ende 2011 beschlossen, ihre Statuten mit Blick auf das Financial Fair Play und den Sicherungsfonds entsprechend des UEFA-Reglements anzupassen. Die DFL wird die „enthaltenen erweiterten Vorschriften“ des neuen UEFA-Reglements in die Lizenzierungsordnung umsetzen. Damit sind konkret die Artikel 46 bis 52 aus dem „UEFA-Reglement zur Clublizenzierung und zum finanziellen Fairplay“ gemeint, die unter dem Punkt „Finanzielle Kriterien“ angeführt werden.
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Denke schon das sich die UEFA das sehr gut überlegt hat und sie Einsicht in die nationalen Liga Lizenzierungen besitzen. Der Hauptgrund ist ja die Wettbewerbsverzerrung durch Abramowitisch/Chelsea oder Scheich Mansour bin Zayed Al Nahyan/Manchester City & Co.
AntwortenLöschenFreut mich das mal wieder ein Blog kommt und lg.